Christoph Kopp: „Berlin überholen zu wollen, das wäre größenwahnsinnig”: BMW Frankfurt Marathon

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Christoph Kopp ist im zehnten Jahr als Sportlicher Leiter des BMW Frankfurt-Marathons tätig. Der 64-jährige Industriekaufmann aus Berlin ist auch für die Elite-Starterfelder der Marathonrennen von Düsseldorf und Hannover verantwortlich sowie zum Beispiel für die BIG 25 Berlin. In den 80er und 90er Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung des BMW Berlin-Marathons beteiligt und unter anderem zuständig für die Eliteläufer. Zwischen den Rennen von Berlin (30. September) und Frankfurt (28. Oktober) gab der Berliner für BMW Laufsport/Runner’s World das folgende Interview, das Jörg Wenig mit ihm führte.  
Die BMW-Marathonrennen von Berlin und Frankfurt haben mit Geoffrey Mutai und Patrick Makau die beiden stärksten Marathonläufer der vergangenen zwei Jahre verpflichtet. Es ist noch nicht so lange her, da war eine derartige Konstellation undenkbar. Was ist passiert?

 Christoph Kopp: In Berlin war es ja schon seit einigen Jahren so, dass dort immer wieder absolute Topläufer am Start waren – von Tegla Loroupe über Naoko Takahashi bis Paul TergatHaile Gebrselassie und Patrick Makau. Frankfurt hat mit konstant guten Resultaten aufgeholt und sich stetig verbessert. Der BMW Frankfurt-Marathon hat sich dadurch in der Weltrangliste der schnellsten Marathonrennen in die vorderen Plätze geschoben. Dass dies mit spitzensportlichen Quantensprüngen gelang, hat uns selbst überrascht. Da spielte natürlich auch gutes Wetter eine Rolle, und wir hatten tolle Felder am Start. Man braucht auch immer etwas Glück. Es ging für Frankfurt aber nie um ein Duell mit Berlin oder darum, den BMW Berlin-Marathon zu überholen. Wichtig war einfach, Frankfurt nach vorne zu bringen und das Rennen so gut es geht zu entwickeln.

Wie kam es zu der Verpflichtung des aktuellen Weltrekordlers Patrick Makau? Der Kenianer stellte vor einem Jahr in Berlin die aktuelle Bestzeit von 2:03:38 Stunden auf.

Christoph Kopp: Wir hatten in diesem Jahr die für den BMW Frankfurt-Marathon glückliche Konstellation, dass Patrick Makau in der Wertung der World Marathon Majors (WMM) keine Rolle gespielt hat. Dadurch war es für ihn nicht zwingend nötig, im Herbst bei einem der WMM-Rennen von BerlinChicago oder New York zu starten. Im nächsten Jahr könnte es für Patrick Makau in der WMM-Wertung anders aussehen. In New York ist er einmal gelaufen – damals war er nicht ganz gesund und hat das Rennen vorzeitig beendet. Generell läuft Patrick Makau lieber in Europa als in den USA. So kam Frankfurt ins Spiel, denn die schnelle Strecke hat ihn überzeugt. Er will nach der Nicht-Nominierung für Olympia ein Ausrufezeichen setzen. Geoffrey Mutai ist genau dies in Berlin gelungen, nachdem auch er von Kenias Funktionären nicht für die Spiele in London nominiert worden war. Ich denke, er hat gezeigt, dass er wohl für Olympia die bessere Wahl gewesen wäre – zumindest im Vergleich mit Emmanuel Mutai. Im Gegensatz zu Geoffrey Mutai hatte Patrick Makau im Mai noch Hoffnung auf eine Nominierung, daher hat es bei uns etwas länger gedauert, bis wir ihn verpflichten konnten. Der BMW Berlin-Marathon hatte sich frühzeitig auf Geoffrey Mutai festgelegt, dadurch war der Spitzenplatz dort vergeben. Patrick Makau hatte die Wahl zwischen New York und Frankfurt – er hat sich für uns entschieden, was uns natürlich sehr freut.

Das komplette Interview lesen Sie bei Runner’s World:

http://bmw.runnersworld.de/laufsportnews