Weltklasse, Rekorde und Emotionen in Frankfurt : BMW Frankfurt Marathon

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Manchmal genügen ein paar Zahlen, um die Wertigkeit eines Sport-Events zu dokumentieren. Beim 28. Commerzbank Frankfurt Marathon am 25. Oktober 2009 waren dies der neue Streckenrekord des Kenianers Gilbert Kirwa (2:06:14 Stunden), die 350.000 Zuschauer entlang der Strecke, der neue Höchstwert mit 12.614 Meldungen aus 76 Nationen und der österreichische Rekord von Günther Weidlinger (2:10:47). Nicht zu vergessen der weiterhin ungebremste Zuspruch auf der Sportartikelmesse Marathonmall, die an drei Tagen insgesamt 44.000 Besucher anlockte. Wenn ein Rekord den nächsten jagt, wie dies in Frankfurt seit ein paar Jahren der Fall ist, sind authentische Einschätzungen gefragt. Was der älteste deutsche Stadtmarathon mittlerweile für ein herausragendes Renommee in der internationalen Szene hat, verdeutlichen am besten zwei Sätze des überglücklichen Weidlinger: „Ich möchte mich bei den Organisatoren und den Zuschauern bedanken. Ich wurde hier behandelt wie ein Frankfurter.“Das Lob ging also direkt an die Laufsportfans in der Rhein-Main-Region, die den Commerzbank Frankfurt Marathon wiederum zu einer Party für die ganze Familie mit 100 Streckenfesten gemacht hatten. „Jo Schindler hat zum wiederholten Mal einen Top-Event für die Stadt hingelegt“, sagte Rudolf Schulz vom Sportamt Frankfurt. Lob für den Renndirektor und den Sportlichen Leiter Christoph Kopp kam auch von den Verantwortlichen des Titelsponsors.  „Das ganze Organisationsteam hat einen klasse Job gemacht, Respekt!“, sagte Karsten Petry, Senior Manager Corporate Sponsoring der Commerzbank AG. Für Schindler selbst stand fest: „Wir haben Weltklasse erlebt.“ Denn als einziges Rennen auf deutschem Boden in diesem Jahr wurden in Frankfurt zwei Männerzeiten unter 2:07 Stunden erzielt. Robert K. Cheruiyot, der entthronte Streckenrekordhalter des Vorjahres, lief nämlich noch herausragende 2:06:23 Stunden, sein Trainer William Kiplagat erreichte das Ziel als Dritter nach 2:07:05 Stunden. Drei schnelle Kenianer, die das i-Tüpfelchen setzten auf eine Weltklasse-Veranstaltung. Das Frauenrennen gewann die Kenianerin Agnes Kiprop in 2:26:57 Stunden. Der Commerzbank Frankfurt Marathon ist angekommen in der globalen Elite, das Ranking der schnellsten City-Marathonrennen – hierbei zählt der Durchschnitt der zehn besten Männerrennen – führt die deutsche Bankenmetropole auf Rang 11. Und Kirwa, der umjubelte Tagessieger, erhielt für seine schweißtreibende Anstrengung nicht nur das Rekord-Preisgeld von 95.000 Euro ausgezahlt, sondern nimmt in der Jahresweltbestenliste auch den zehnten Platz ein.  Der Commerzbank Frankfurt Marathon und der letzte Sonntag im Oktober – das passte mal wieder. Pünktlich zum Start um 10 Uhr bahnten sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch den Morgennebel, die Skyline erstrahlte in hellstem Licht. Dabei ist das Segment Spitzensport nur ein Teil der Traditionsveranstaltung. Der einstimmende Brezellauf einen Tag zuvor (in diesem Jahr mit Herbert Steffny, Jan Frodeno, Timo Bracht und Normann Stadler), der Mini-Marathon für Kinder und Jugendliche (den Startschuss gab Eintracht-Bundesligatorwart Markus Pröll), der Struwwelpeterlauf (mit dem Paten Kamghe Gaba) und das traditionelle Sportgespräch im Marathon-Hotel Mövenpick (mit Sabrina Mockenhaupt, Luminita Zaitic, Sonja Oberem und Melanie Kraus) gehören ebenso dazu. Die deutschen Topstars kommen gerne nach Frankfurt – und sei es „nur“ zum Plaudern. Wie die verletzte 2007-Gewinnerin Kraus aus Leverkusen.

Von der emotionalen Atmosphäre sind alle längst infiziert, den grandiosen Zieleinlauf in der Festhalle – der „Gud Stubb“ von Frankfurt – möchte niemand verpassen. Auch die über 5.000 Teilnehmer am VGF-Staffelmarathon nicht. Der erste Gratulant am Rekord-Sonntag war übrigens Mark Milde, Renndirektor des Berlin-Marathons. Der Hauptstadt-Marathon und der Commerzbank Frankfurt sind im nächsten Jahr wieder die einzigen deutschen Events, die vom Internationalen Leichtathletik-Verband das höchste Label für Straßenläufe („Gold Road Race“) zuerkannt bekommen werden. Dass unter den 9604 Finishern (2008: 9469) überwiegend Hobby- und Freizeitläufer gewesen sind, verdeutlicht die nochmals gestiegene Akzeptanz im Breitensport. Hier ist die Klientel seit jeher besonders kritisch, Spitzenzeiten der Eliteprofis zählen für die Masse der Läufer/innen weniger als vielmehr eine reibungsfreie Organisation, Kundenservice sowie die Stimmung entlang der Strecke. Und auch dieses Rennen hat der Commerzbank Frankfurt Marathon 2009 gewonnen, wie der Finisher-Rekord in Zahlen belegt.