Interview mit Renndirektor Jo Schindler wenige Wochen vor dem Start: BMW Frankfurt Marathon

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Weniger als vier Wochen bis zum BMW Frankfurt Marathon. Dies nahm unser Partner ASICS zum Anlass sich mit Renndirektor Jo Schindler zu unterhalten: 
Beim Blick auf die Marathon-Internetseite hat man das Gefühl, er wird immer größer. Täuscht der Eindruck?
Jo Schindler: „Nein, das ist ja genau unsere Aufgabe, den Marathon mit allem drum und dran immer wieder zu verbessern und zu gestalten. Die Läufer sollen sich wohl fühlen, in jeder Leistungsklasse.“

Diesmal sind wieder 40 ASICS-Frontrunner am Start, der Frankfurt-Marathon bietet die ganz große Bühne für das  Abschlussrennen einer tollen Saison…

Jo Schindler: „Genau auch für diese ambitionierten und treuen Läufer versuchen wir den Marathon auf hohem Niveau zu halten, sie sollen die Möglichkeit bekommen mit den besten Läufern der Welt in einem Rennen zu starten.“

War die Gestaltung des Läuferfelds die wichtigste Aufgabe zuletzt?

Jo Schindler: „Auf jeden Fall. Frankfurt steht unter Anderem für ein Top-Läuferfeld, wir haben immer die Elite am Start und das soll sich nicht ändern.“

Bei den Frauen haben gerade Bezunesh Bekele und Mamitu Daska ihre Zusagen gegeben, bei den Männer stehen Yemane Tsegay, Bazu Worku, Albert Matebor und Gilbert Kirwa und Weltrekordler Patrick Makau am Start, das beste Feld in der 31jährigen Geschichte des BMW Frankfurt Marathon, Makau sprach von einem möglichen Weltrekord…

Jo Schindler: „Sagen wir so, es ist schon wichtig, dass gute Zeiten gelaufen werden. Unsere Erwartungen sind hoch. Aber wir wissen, dass ein Weltrekord ein Glücksfall ist. Wir tun alles dafür was wir können, wir nehmen unser Business sehr ernst, aber ab den Startschuss liegt es nicht mehr in unserer Hand – auch das Wetter können wir nicht beeinflussen.“

Wurde die Strecke verändert?

Jo Schindler: „Wir hatten mit einer Baustelle zu kämpfen, die konnte nicht zurückgebaut werden, dadurch haben wir jedoch Zusagen für Streckenänderungen bekommen, um die wir uns schon lange bemüht haben. So  konnten wir ein paar scharfe Ecken in Smoothies verwandeln.  Meines Erachtens ist die Strecke jetzt sogar etwas schneller.“

Wo liegt die Zukunft des Marathons, ASICS-Experte Carsten Eich sprach zuletzt vom Halbmarathon-Boom.

Jo Schindler: „Sicher, der Halbmarathon boomt. Wir in Frankfurt bleiben allerdings bei der Königs-Disziplin und die Läufer und die Läuferinnen bleiben bei uns auch die Royals auf der Straße. Wie wollen uns hinter den großen drei in Europa, also Berlin, London, Paris mit ihren im Schnitt 30 000 Teilnehmern festsetzten. Auch kleinere Marathon-Veranstaltungen werden überleben können, aber Veranstaltungen im mittleren Bereich sollen lieber ganz auf den Halbmarathon setzten, anstatt 10% Marathonläufer zu haben, die durchlaufen und 90% sind bei der Hälfte weg. Das sieht dann in der zweiten Hälfte immer sehr traurig aus.“

Wer hat bei euch das Ohr am Asphalt und bekommt Trends und Schwingungen mit?

Jo Schindler: „Wir alle, wir sind allesamt Läufer und helfen auch bei der Organisation von regionalen Läufen, haben also immer Kontakt mit der Basis. Auch über die neuen Medien bekommen wir viel Anregungen und nehmen sie ernst.“

Was macht denn Deine eigene Läufer-Karriere?

Jo Schindler: „Die liegt brach, eine Schleimbeutelentzündung in der Ferse hat mich lahm gelegt. Ich habe solange selbst daran herumgedoktert, jetzt geht gar nichts mehr. Die alte Läuferregel, was vom Laufen kommt, geht auch vom Laufen wieder weg, ist nicht ganz aufgegangen. Und wenn du dann nach dem Aufstehen mit einer deutlichen Ausweichbewegung die Treppen nimmst, dann weißt Du Bescheid. Ich arbeite mich zum Ausgleich im Garten ab, das hat auch etwas Meditatives…“Vielen Dank für das Gespräch!

Von Tina Schlosser (mehr Informationen unter http://www.asics.de/running/events/bmw-frankfurt-marathon/