14.4.: Dritter Wien-Sieg für Henry Sugut, Flomena Cheyech mit richtiger Taktik: BMW Frankfurt Marathon

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Henry Sugut gewann zum dritten Mal in Wien.

Flomena Cheyech triumphierte mit großem Vorsprung.

Henry Sugut hat zum dritten Mal nach 2010 und 2012 den Vienna City Marathon gewonnen und damit passend zum Jubiläumsrennen ein Stück Veranstaltungs-Geschichte geschrieben. Nur einem anderen Athleten waren bisher drei Siege bei Österreichs bedeutendster Laufveranstaltung gelungen: Gerhard Hartmann sorgte in den Jahren 1985 bis ’87 für Heimsiege. Das damalige Niveau der Elitefelder ist aber nicht mit dem heutigen Standard vergleichbar. Hartmanns beste Wien-Zeit war 2:12:22 Stunden. Henry Sugut musste heute rund vier Minuten schneller sein, um zu gewinnen. Der 27-jährige kenianische Titelverteidiger triumphierte bei insgesamt gutem, aber zu warmem Wetter mit 2:08:19 Stunden. Beim 30. Wien-Marathon gab es ein spannendes Rennen um den Sieg, bei dem erst auf den letzten Kilometern die Entscheidung fiel. Die Kenianer Solomon Kiptoo (2:08:34) und Geoffrey Ndungu (2:08:42) belegten die Ränge zwei und drei und blieben ebenfalls noch unter 2:10 Stunden. 

Einen riesigen Vorsprung lief Flomena Cheyech heraus. Die 30-jährige Kenianerin erzielte mit 2:24:34 Stunden die drittschnellste je in Wien gelaufene Zeit. Weit abgeschlagen folgten die Äthiopierinnen Assefa Meskerem (2:31:18) und Eyerusalem Kuma (2:32:24). Für Flomena Cheyech war es eine Steigerung um fast zehn Minuten. Allerdings zählte sie nach ihrem Sieg beim Rom-Ostia-Halbmarathon im März in 67:39 Minuten zu den Favoritinnen in Wien. 

Die Rekordzahl von 10.588 Marathonläufern hatte für das Rennen gemeldet. 

Nach einem sehr schnellen Beginn mit einer fast weltrekordverdächtigen 5-km-Zwischenzeit von 14:46 Minuten lief die Spitzengruppe bald deutlich langsamer. Als die elfköpfige Gruppe die Halbmarathonmarke nach 64:05 Minuten erreichte, waren die Athleten nicht einmal mehr im Fahrplan für den avisierten Streckenrekord. Henry Sugut hatte diesen im vergangenen Jahr auf 2:06:58 verbessert. Schon vor dem Halbmarathonpunkt war der schnellste Läufer der Startliste, Jafred Kipchumba (Kenia/2:05:48), zurückgefallen. Später stieg er sogar aus. Acht Läufer erreichten dann die 30-km-Marke nach 1:31:15. Jetzt war endgültig klar, dass es kein Rekordrennen geben würde. Dafür sahen die Zuschauer einen spannenden Kampf um den Sieg.

Es war der Titelverteidiger Henry Sugut, der das Tempo erhöhte und damit die Spitzengruppe auseinander riss. Unter jenen, die nicht mehr mithalten konnten, waren auch sein Trainingspartner Gilbert Yegon (Kenia), der schließlich in 2:10:40 Vierter wurde, und Josphat Kamzee. Der Kenianer erreichte später als Fünfter das Ziel (2:10:49). Dagegen konnten Solomon Kiptoo und Geoffrey Ndungu noch eine Weile mit Henry Sugut schritthalten. „Zwischen Kilometer 36 und 37 habe ich mir meine beiden Konkurrenten angeschaut. Sie sahen stark aus und ich habe mir gedacht: Um zu gewinnen, musst du noch mehr geben“, erzählte Henry Sugut. Immer an der Spitze laufend, dauerte es jedoch bis Kilometer 40 bis eine Entscheidung fiel. Hier begann sich Sugut allmählich zu lösen. „Ich bin sehr stolz, dass ich hier dreimal gewonnen habe. Für schnellere Zeiten war es heute zu warm“, erklärte Henry Sugut und fügte hinzu: „Wien ist einfach mein Rennen! Ich hatte auch während des Laufes immer ein gutes Gefühl.“

Flomena Cheyech steigert sich um fast zehn Minuten

Die Äthiopierinnen übernahmen die Initiative nach dem Start, doch am Ende war eine Kenianerin vorne: Flomena Cheyech. Im Gegensatz zu ihren äthiopischen Konkurrentinnen ging die Kenianerin den Marathon vorsichtiger an. Während Eyerusalem Kuma und Meskerem Assefa die 10-km-Marke in 33:55 Minuten passierten und damit gut auf Kurs waren für einen Streckenrekord (2:23:49), lief Flomena Cheyech weit dahinter. An der 15-km-Marke lag die frühere 1500-m-Läuferin Assefa inzwischen alleine vorne. Sie erreichte diesen Punkt nach 50:58 Minuten und hatte einen klaren Vorsprung auf Kuma (51:45) und Cheyech (52:31). 

Aber schon an der Halbmarathonmarke (1:12:28) sah es ganz anders aus. Assefa war langsamer geworden, Cheyech schneller. Die Kenianerin lag bereits an zweiter Stelle und lief nur noch elf Sekunden hinter der Führenden. Bald danach hatte sie Assefa erreicht. Als Cheyech dann bei 27 km antrat, war die Äthiopierin geschlagen.

Mit 2:24:34 Stunden erreichte Flomena Cheyech die drittbeste je in Wien gelaufene Zeit. Und sie war fast sieben Minuten vor Assefa Meskerem (2:31:18) im Ziel auf dem Heldenplatz. Dreimal hatte eine Siegerin in Wien bisher einen noch größeren Vorsprung: 1984, 1993 und 2005. „Ich hatte nicht damit gerechnet, heute so schnell zu laufen. Aber ich wusste, dass ich in guter Form bin, denn mein Training lief sehr gut“, erzählte Flomena Cheyech, die mit einer Marathon-Bestzeit von 2:34:13 nach Wien gekommen war. Nach ihrer Halbmarathon-Bestzeit von 67:39 Minuten im März war das heutige Marathon-Ergebnis jedoch keine große Überraschung mehr. In Kenia trainiert Flomena Cheyech in der Gruppe der Halbmarathon-Weltrekordlerin und London-Marathon-Siegerin Mary Keitany.

Text: race-news-service.com
Fotos: Giancarlo Colombo / photorun.net